Was ist eigentlich Herdbuch

Was ist eigentlich Herdbuch

Das Herdbuch ist eine vom Zuchtverband geordnet, geführte, beglaubigte Zusammenstellung von Abstammungsnachweisen von Zuchttieren, Stämmen oder Tierfamilien. Die Herdbuchzucht hat ein Interesse möglichst viel zu dokumentieren und möglichst qualitativ hoch und vor allem gleichwertige Nachkommen zu züchten.

In der Großviehzucht (Rinder und Pferde) wurde schon sehr früh unter dem Namen Herdbuch eine Elitezucht aufgebaut. Das Herdbuch war der Begriff für die Schönheit und Leistung der Tiere, was dann auch in der Rassekaninchen Zucht 1942 in Westfalen eingeführt wurde. In der Rassekaninchen Zucht konzentrierte man sich jedoch auf die sogenannte Stammzucht. Ein markanter Vater der dem Standarderscheinungsbild möglichst nahe kommt, belegt möglichst viele Häsinnen die seinem Erscheinungsbild in sehr großer Zahl entsprechen.

Zur damaligen Zeit gab es in Westfalen Deckstationen von bereits gekörten Rammlern, die seit 1928 in Westfalen auch schon gekört wurden

Insofern ist in der Herdbuchzucht ein ausgeglichener Wurf immer einem von 93,0 bis 97,0 Pkt.  Wurf vorzuziehen. Es gibt bereits Zuchtbücher aus dem 2 Jahrtausend v.Chr. In Deutschland seit 1838 das Rinderzuchtbuch und seit 1842 Pferdezuchtbuch. Heute führen z.B. verschiedene Zoos Zuchtbücher über aussterbende oder bedrohte Tierarten, so auch das Westfälische Rassekaninchen-herdbuch über die Cloud bei stark bedrohten Rassen. Das Führen von Zuchtbüchern ist in der heutigen Zeit mehr als wichtig geworden, auch wir Herdbuchzüchter sind inzwischen dazu übergegangen unsere Daten in einer Cloud in Zusammenarbeit mit der Fa. Breedersoft zu hinterlegen und unser gemeinsames Ziel sollte es auch sein, dass der gesamte ZDRK und all seine Unter-gliederungen darauf Zugriff haben und Daten eingeben können, jeder in seinem Aufgabenbereich als: Mitglied, Verein, Kreis, Club, usw. Je nach Berechtigung, aber vor allem freiwillig. 

Aufgaben der Herdbuchzucht seit 1947  

Die Kaninchen Herdbuch Zucht hat die Aufgabe, erbfeste Zuchttiere zu züchten, die zur Verbesserung der allgemeinen Landeszucht beitragen. Dabei müssen sich die bewährten wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungen über neuzeitliche Zucht und Haltungsmethoden angewendet werden.

Eine für mich (2021), wie auch für W. Sator (1995) bedeutungsvolle Feststellung und Erkenntnis bereits 1947 und Ihre Gültigkeit ist bis heute erhalten worden und hat nach wie vor die volle Anwendung in der Herdbuchzucht verdient. Weiter Erwähnenswert scheint es aus der Gründerzeit zu sein, dass ein

Herdbuchzüchter mindestens 30 Buchten aktuell 24 vorzuweisen hatte und das für diese ­Tiere die im Herdbuch gezüchtet wurden, auch eine ausreichende Futtergrundlage belegt werden konnte. War kein Grund (Eigentum) vorhanden, so musste der Herdbuchzüchter Wiesen, Felder, Gräben oder etwas gleich Wertiges über langjährige Pachtverträge gesichert nachweisen. Letztgenannte Forderung ist heute überholt. Sie ist aber auch ein Beweis dafür, wie sich die Zeiten geändert haben. Damals kurz nach den Kriegen hatte natürlich die Futtergrundlage einen hohen Stellenwert, auch schon unter dem Gesichtspunkt der damaligen Tierschutzrichtlinien.  Der Zuchtfreund von heute braucht das alles nicht mehr, Ihm reicht ein dicker Geldbeutel für die Futtermittel, die auf dem Markt angeboten werden. 

Einführung in die Rassekaninchenzucht

Ein Natur- und Freizeiterlebnis für die ganze Familie

Klein, leistungsstark, sanftmütig, Form und farbenreich, das sind die passenden Worte, um die Rassekaninchenzucht treffend zu charakterisieren.

Wie beliebt die Rassekaninchenzucht und insbesondere die Herdbuchzucht ist dass sie einen hohen Leistungsstand erreicht hat, davon kann sich der interessierte Besucher auf den vielzähligen Ausstellungen auf Bundes-, Landes-, Kreis-, und Ortsebene im Laufe eines Jahres überzeugen und sich ein eigenes Bild machen. Stehen doch auf der Bundeskaninchen Schauen 24.000 Rassekaninchen und mehr und davon ca. 600 – 1000 in der Herdbuchzucht

In Notzeiten wurden gerade in den Industriellen Ballungsräumen, in zahlreichen Hinterhöfen und Schrebergärten Kaninchen gehalten um den kargen Speiseplan durch ein hochwertiges Fleischprodukt zu bereichern. Sicherlich hat das Kaninchen so mancher Familie über die ärgste Hungersnot in Kriegs- und Nachkriegsjahren geholfen. Dies mag mit Hilfe einiger Zahlen unterstrichen werden: Zu Beginn des Ersten Weltkrieg lag die Anzahl der Kaninchen zwischen 2,5 und 3 Millionen und stieg dann auf 14 -15 Millionen. Und im Herbst 1918 viel sie dann wieder und 1944 wurden 40 Millionen Kaninchen in Deutschland geschätzt. Immer wenn Menschen durch Hungersnöte geplagt wurden, war das Kaninchen der Retter in der Not.

Schon um 1890 gründete sich die ersten Kaninchenzuchtvereine in Deutschland und 1909 der Landesverband Westfälischer Kaninchenzüchter um durch planmäßige Zucht eine geeignete Kombination zwischen Schönheitsidealen der einzelnen Rassen und Fleischreichtum zu erhalten.

Im Gegensatz zu heute waren bei der Versorgung der Großfamilie die großen Rassen gefragt und allseits beliebt. Heute stehen für die meisten Rassekaninchenzüchter zweifelslos ideelle Werte im Vordergrund. Sie sehen in der Rasse Kaninchenzucht eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die einerseits Muße und Entspannung bietet und gleichsam durch ausgeprägtes Vereinsleben einen intensiven Erfahrungsaustausch und Kontaktpflege zwischen Jung und Alt schafft.

Heute stehen die mittelschweren und kleinen Rassen verstärkt im Mittelpunkt der Rasse- Kaninchenzüchter und Halter. Eine wesentliche Ursache für diesen Trend ist die durch Wohnungs- und Straßenbau sich stetig verschlechternde Unterbringungsmöglichkeit der Kaninchen im eigenen Garten zu nennen. Die kleinen Rassen benötigen weniger Platz und Futter und bereiten damit geringe Entsorgungsprobleme, was Einstreu und Exkremente anbelangt.

Aus den Kriegs- und Nachkriegsjahren heraus haftet dem Kaninchen noch bei vielen Menschen der Status „Arme Leute Essen“ an. Erfreulicher Weise ist aber auch hier eine Änderung des Verbraucherverhaltens festzustellen, was in einer zunehmenden Nachfrage nach Kaninchenfleisch zum Ausdruck kommt. Handelt es sich dabei doch um ein leicht verdauliches, proteinreiches mageres und cholesterinarmes Fleisch, was den Forderungen des gesundheitsbewussten und Fitness orientierten Verbraucher von heute sehr entgegen kommt.

Vorteile in der Herdbuchzucht

In der Herdbuchzucht werden die Rassekaninchen jährlich im Okt / Nov an Stall des Züchters von einem / zwei Richtern angekört / gekört.

Angegört = Jahrgangstiere bewerten

Gegört =  Vater mit seiner Nachzucht bewerten.

Der Vorteil ist das der Herdbuchzüchter so ein Urteil von einem Richter über alle Tiere in seinem Stall erhält. Da die Bewertung am eigenen Stall vollzogen wird besteht weniger Stress für die Tiere. Es werden alle Tiere die Herdbuchmäßig bearbeitet werden den Richtern vorgestellt, nicht wie auf einer Aussstellung nur 4 oder 8 Ausstellungstiere, die dann noch von 4 verschiedenen Richtern beurteilt werden und ggf. in Zuchtgruppe 3 ausgestellt wurden. Was keinerlei Leistung in der heutigen Zeit bedeutet.

Als ich mit der Rassekaninchenzucht 1976 Anfing, standen auf den LV Schauen noch überwiegend die ZG 1 oder 4 Wurfgeschwister in der ZG 2, da war es noch möglich die Zucht eines Züchters beurteilen zu können Durch die Beurteilung aller Tiere am Stall des Züchters kann der Leistungsstand optimal beurteilt werden.

Ferner wird von diesen Zuchtrichtern die Stallanlage besichtigt und es werden wenn notwendig Optimierungsvorschläge gemacht, insofern fördern wir Herdbuchzüchter den Tierschutz schon seit der Gründung, denn wir legen Wert auf optimale Haltungsbedingungen nach den Richtlinien im ZDRK.

Alle im Herdbuch gezogenen Rassekaninchen sind dem LV HB Zuchtbuchführer zu melden Vorzugsweise innerhalb von 90 Tagen nach dem Wurftag  der LV Herdbuch Zuchtbuchführer trägt diese Tiere in das Herduch Zuchtbuch (auch Cloud genannt) des ZDRK ein. Aktuell wird nur im ZDRK Herdbuch ein zentrales Zuchtbuch für alle LV Herdbuchabteilungen geführt.

Tiere die einmal in diesem Zuchtbuch (Cloud) erfasst wurden, können innerhalb der Landesverbände verschoben werden, wenn das Tier aus einem anderen LV (Zuchtfreund) erworben wurde. Das Tier mit all seinen hinterlegten Eingaben steht dann sofort dem neuen Besitzer zur Verfügung auch mit seinen Abstammungsdaten diese müssen dann nicht mehrfach erfasst werden.

Ferner führt jeder Herdbuchzüchter in seinem eigenen Interesse ein Einzelzuchtbuch mindestens jedoch eine Jungtierliste. So lernt der Herdbuchzüchter wie wichtig seine eigenen Aufzeichnungen sind.

Eingesetzt werden sollten in der Herdbuchzucht nur Häsinnen mit mindestens 8 Milchzitzen, nur so besteht die Möglichkeit das eine 0,1 Wirtschaftlich ist und auch große Würfe aufziehen kann.

Die Würfe werden regelmäßig gewogen und Tiere die innerhalb von 14 Tagen an Gewicht verloren haben, von denen sollte man sich nach 120 Tagen (Schlachtreife) trennen, da bei Gewichtsverlust im Jungtieralter immer Spätfolgen wie loses Brustfell, lose Schultern. Eckig, usw. vorprogrammiert sind und Pkt. auf einer Ausstellung verloren gehen.

Herdbuchzucht heißt Vaterzucht, man nimmt einen 1,0 der dem Erscheinungsbild des Standards möglich nahe kommt und verpaart diesen mit möglichst vielen 0,1. So wird sichtbar welche Erbmassen der Vater an seine Nachzucht weitergibt und wie Wertvoll er ist. Insofern züchtet der Herdbuchzüchter seine Rammler in der Regel selber.

Der Name Herdbuch so schreibt Walter Sator ehemaliger ZDRK Herdbuchobmann

1995 in einem Bericht drängte sich 1942 bei der Gründung der Herdbuchabteilung in Westfalen förmlich auf, denn die Großviehzucht hatte unter diesem Begriff bereits eine Elitezucht aufgebaut. Dort war der Begriff Herdbuch ein Garant für Leitung und Schönheit Gerade nach dem Krieg gab es nicht mehr viel Rasse und Klasse Den hungerden Menschen war es egal was im Kochtopf lag

ein der Begriff von 1942  als das Westfälische Herdbuch gegründet wurde und heißt Leistung und Schönheit. Herdbuchzüchter arbeiten miteinander und fördern so die Landeszuchten oftmals arbeiten Sie auch mit den Landwirtschaftskammern sehr eng zusammen. Herdbuchzüchter tauschen regelmäßig Erfahrungen aus und schulen Ihre Mitglieder mit Fachvorträgen z,B. die  Berechnung der Körnote

Herdbuchzüchter möchten insbesondere das was uns unsere Väter hinterlassen haben, erhalten, fördern und  vor allem weiterentwickeln- Sie streben nicht nach ständigen Neuzüchtungen um sich so einen Namen machen zu können.

Steht auch die Förderung seltener und stark vom Aussterben bedrohter Rassen auf der Agenda

z.B. im Westfälischen Rassekaninchenherdbuch die Rassen Angora, Englische Widder, Rheinische Schecken, Meißner Widder, Deutsche Großsilber, Japaner, und Marderkaninchen.

Warum bist Du noch kein Herdbuchzüchter? 

Wann wirst Du im Herdbuch Mitglied?

Michael Halbe

Vorsitzender

Westfälisches Rassekaninchenherdbuch e.V.

 

Was ist Notwendig um Herdbuchzüchter zu werden?

  1. 24 Buchten je Rasse, die im Herdbuch gezüchtet werden soll.
  2. Maximal 2 Rassen in der Herdbuchzucht je Züchter oder ZGM sind möglich.
  3. Bereits mehrere Jahre erfolgreich mit der Rasse sein,

mit der die Herdbuchzucht betrieben werden soll.

  1. Eine Stallanlage nach den Richtlinien des ZDRK ist notwendig
  2. Ein Einzelzuchtbuch, mindestens jedoch eine Jungtierliste führen.
  3. Bereits zu sein Jährlich die Rassekaninchen Kören zu lassen.
  4. Bereit zu sein, an den LV Herdbuchschauen teilzunehmen.
  5. Förderung des Tier und Kaninchenschutz.
  6. Anerkennung der Herdbuchsatzungen im LV und ZDRK.
  7. Teilnahme an den Versammlungen.
  8. Der Stammvater muss gekört sein und mindestens 96,5 Pkt. im Rahmen einer Körung erzielt haben, andernfalls ist er nach zu kören. Die Bewertung der 96,5 Muss im Rahmen einer Körung erfolgt sein eine 96,5 von einer anderen Schau reicht nicht aus. Hierrüber klärt jeder LV Herdbuchobmann gerne auf.
  9. Den 1,0 (Vater)mit möglichst vielen 0,1 verpaaren
  10. Die Mutter muss gekört sein andernfalls ist auch Sie nachzukören

Wie werde ich Mitglied im Herdbuch

  1. Bereits mehrere Jahre mit einer Kaninchenrasse erfolgreich sein.
  2. Aufnahmeantrag bei der Herdbuchabteilung des Landesverbandes stellen.
  3. Mitglied wird man auf Probe min. 3 Jahre max. 5 Jahre

In dieser Zeit wird:

  1. Die Stallanlage vom 1.Vorsitzenden, oder einem Beauftragten besichtigt, Ratschläge dieser Personen sind zu berücksichtigen und umzusetzen.
  2. 24 Buchten sind je Rasse für die Herdbuchzucht notwendig.
  3. Die Tierschutzrichtlinie des ZDRK ist einzuhalten.
  4. Die Herdbuch Satzungen und Ordnungen sind zu befolgen.
  5. Die Mitgliedsversammlungen sind zu besuchen.
  6. An den Körungen der Abt. Herdbuch hat sich der Züchter zu beteiligen.
  7. Die LV Herdbuchausstellungen sind mit Rassekaninchen zu beschicken.
  8. Die Züchterkameradschaft im Herdbuch ist positiv zu fördern.
  9. Vorzugsweise sollte bei allen zur Zucht eingesetzten Rassekaninchen, ein großer Abstammungsnachweis vorliegen, da dieser ein wesentlicher Bestandteil der Körnote ist. Fehlen hier Daten zur Abstammung, gehen die Pkt. zur Körnote runter. Von dem zur Zucht eingesetzten Rassekaninchen werden sowohl vom 1,0 als auch von der 0,1 sieben Vorfahren benötigt 2 Eltern- 4 Großeltern- und 8 Urgroßeltern, = 14 Vorfahren sind also zwingend zur Berechnung der Körnote notwendig

 

Sofern diese Punkte positiv beurteilt werden können, erfolgt eine Aufnahme nach den Richtlinien des ZDRK Herdbuches frühestens nach 3 Jahren Anwartschaft (Probezeit).

Nach 5 Jahren muss eine Entscheidung getroffen werden.

Nach erfolgreicher Anwartschaft erhält der Herdbuchzüchter eine

Anerkennungsurkunde als Herdbuchzüchter mit seiner Rasse.

Michael Halbe